5. September 2017

Erinnerungen...wenn die Vergangenheit Dich einholt

Es war bislang immer ein Tabu-Thema.
Zwar manchmal leicht angerissen und kurz erwähnt, aber nie wirklich direkt angesprochen und benannt.
Nun ist es jedoch soweit und ich kann mich einfach nicht weiter drumherum lavieren.

Drei Jahre ist es nun her, das ein einziger Tag, ein kurzer Moment, alles veränderte.

Viele wissen jetzt wovon ich schreibe...doch nur die Wenigsten wissen alles.
Ja, es geht um Blumes Tod.
Doch dies war nicht alles was damals geschah.

Der Tag war weiß Gott alles andere als einfach oder schön.

Als Morgens um kurz nach sieben bei mir das Handy klingelte und mein damaliger Stallchef sagte: "Bleib ganz ruhig, Blume liegt und kommt nicht mehr hoch..."
Eigentlich wusste ich es schon da.
Doch wahr haben wollte ich es nicht!
Zwei Tage zuvor haben wir noch Kinder bespaßt.
Putzen, knuddeln, reiten...und nun...das Ende?
Das kann...das darf nicht sein!
Innerhalb nicht mal 20 Minuten war ich angezogen und stand auf der Koppel.
Münzenberg - Wiesental...ich brach alle Verkehrsregeln und es war mir, mit Verlaub, scheißegal!

Da stand ich nun...vor 740kg Lebendgewicht die schon ganz offensichtlich seit geraumer Zeit versucht hatten aufzustehen.
Die Wiese war nass, es hatte Tage zuvor geregnet.
Und ein Streifen von gut und gerne 10m war aufgewühlt.
Ständige, verzweifelte Versuche hoch zu kommen.
Doch es gelang ihr nicht.
Niemand war da.
Nun war jemand da, doch helfen konnten wir auch nicht.
Wie denn?
740kg!
Sie war fertig, verdreckt, müde und am Ende ihrer Kräfte.
Doch sie versuchte es weiter...und weiter...und weiter...
Sie war immer eine Kämpferin.
Bis zum Schluss!

Uwe musste Arbeiten...ich weiß er wäre lieber geblieben...aber es ging nicht.
Also blieb ich allein bei ihr.
Ich hockte bei ihr.
Redete, versuchte sie zu beruhigen, ihr Kraft zu geben.
Der Doc kam kurze Zeit später.
Eine Spritze gegen Kolik...was sollte er sonst tun?
Der Rat sie mit Hilfsmitteln aufzustellen.

Uwes Kumpel kam mit nem Schlepper und nem Heuballen.
Von Hinten hoch drücken.
Wir versuchten es, doch ihre Kraft ließ immer mehr nach.
Ich tat etwas für das ich mich heute noch hasse, doch ich tat es aus Verzweiflung, Hilflosigkeit, Liebe...ich schlug sie!
Ich wollte doch nur helfen!
Doch es brachte nichts.
Sie brach wieder und wieder zusammen und konnte nun nicht mal mehr sitzen, sie lag nur noch.

Ständig telefonierte ich mit Uwe.
Er wollte wissen wie es ihr geht.
Keine Besserung - im Gegenteil.

Dann ein Anruf bei der Uniklinik Gießen.
Ein Hebegeschirr sollte her.
Ich konnte, wollte nicht weg.
Also bringen lassen.

Es fing an zu regnen.
Auf der Koppel, Mitte August, allein mit einem Pferd das noch nicht gehen wollte...das ich noch nicht gehen lassen wollte.
Ich kniete bei ihr, kuschelte mich an sie.
Etwas wovon ich immer geträumt hatte wenn sie lag...aber ich wollte es niemals auf diese Art und Weise erleben!
Ein Traum der in einem Alptraum seine Erfüllung fand.

Das Geschirr kam...dem Fahrer musste ich entgegen kommen.
Er fand die Koppel nicht.
Kein Wunder...mitten im Feld.
Ich ließ sie allein...es ging nicht anders.

Als ich wieder kam war Uwe da.
Er rief einen andern Kumpel und der kam mit schweren Gerät - ein Lademann.
Zu dritt wuchteten wir das Hebegeschirr unter Blume.
Ich weiß bis heute nicht wie wir das angestellt haben.
Dann an den Lademann und ganz vorsichtig hoch.
Blume bekam Panik.
Alles war steif und vermutlich taub.
Die Scheide und alles zwischen den Beinen war aufgerissen durch die zahllosen Versuche aufzustehen.
Hätte es noch mehr bedurft?
Ich sah es und es brach mir das Herz erneut.
Das Geschirr hob sie weiter und weiter und plötzlich wieder Panik...ich hatte Angst das sie sich am Lademann verletzt.
Kurze Zeit später - sie stand.
Für Sekunden.
Ganz plötzlich brach ihre Hinterhand weg als wäre alles Leben daraus gewichen.
Ein Sack Knochen, Haut, Fleisch, Muskeln...aber keine Spannung mehr, keine Kraft.
Da war es unweigerlich klar.
Es war vorbei.
Meine stolze Blume hatte den Kampf verloren.

Wir ließen sie ganz langsam wieder ab, auf die Seite.
Sie hob weiterhin den Kopf, wollte, doch sie konnte nicht.

Ich musste sie gehen lassen.
Doch ich hatte viel zu lange gewartet.
Mein Arzt konnte nicht...Sprechstunde.
Und so musste ich den letzten Menschen auf Erden nehmen den ich jemals an irgendein Tier gelassen hätte!
Ich habe schon das Elend gesehen das diese Person verursacht hat und noch von unendlich viel mehr gehört.
Warum so jemand diesen Beruf noch ausüben darf ist mir schleierhaft.
Doch was blieb mir?

Sie kam, mit allem im Gepäck was nötig war, und natürlich noch etwas mehr.
Ich wollte Blume gehen lassen, doch ich war nicht mehr bei mir, ließ mich breit schlagen zu einem letzten Versuch...der scheiterte...natürlich.

Dann...endlich...durfte sie gehn.
Sie schlief in meinen Armen ein.
Meine wunderschöne, stolze Lady.

Ich hatte immer Angst vor diesem Moment...doch wie schlimm es sein würde konnte ich mir nicht mal ansatzweise vorstellen.
Ich gab mein Leben her, mein Herz.
Die Welt war grau.
Ich fühlte nichts mehr außer Schmerz.
Alles war wie taub, in Watte gepackt.
Mehrere Tage lang.

Schon Jahre zuvor hatte ich ihr und mir versprochen, das wir nie getrennt sein würden.
Auch nicht über den Tod hinaus.
Das war ich ihr schuldig.
Ich wollte und konnte nicht mit dem Wissen leben was aus ihr werden würde, in der Tierkörperbeseitigung.
Wie sie dort behandelt würde.
Ja, es ist nur ein Kadaver, die Seele die sie ausmachte ist nicht mehr darin, doch wieso ist dies immer bei Tieren so?
Wieso nicht beim Mensch?
Wieso darf man nur beim Menschen so ein Trara veranstalten und wird nicht mit einem Kopfschütteln belohnt sondern mit Nicken und Beileidsbekundungen?
Sie war viel mehr für mich als "nur" ein Pferd.
Also verdiente sie auch mehr.

Doch sowas ist nicht billig.
Also rief ich schweren Herzens die Tierkörperbeseitigung an.
Anschließend schrieb ich meiner Mutter das Blume tot ist.

Wir hatten uns einige Zeit vorher zerstritten und sie war schon mehr oder minder zu ihrem neuen Freund gezogen.
Wer auch immer das war.
Mir wars gleich, sie war glücklich, also seis drum.
Ich bat sie nicht sofort zu kommen da ich noch etwas Zeit bräuchte.

Doch sie legte statt dessen kurze Zeit später einen Hollywood reifen Auftritt hin!
Ich hätt brechen können!
Die Bilder laufen vor meinem inneren Auge ab wie ein schlechter Film.

Sie kommt, von ihrem neuen Spacko gefahren, den ich nicht mal kenne, steigt aus dem Auto, rennt zu Blumes Kadaver und bricht davor, heulend in die Knie!
Rosamunde Pilcher hätt es nicht besser schreiben können!
Mir war speiübel!

Zum Glück saß ich bereits im Auto, machte mich auf den Weg nach Gießen um das Geschirr zurück zu bringen.

Ich schrieb ihr ebenfalls das ich die Süpro angerufen habe und diese sie Montags holen würde.
Sie bestand jedoch darauf das ersparte Geld zu nehmen für die Einäscherung.
Wir hatten beide über die letzten Monate hinweg immer wieder Geld in diese Dose geworfen.
Einfach so, ohne Ziel.
Nun hatte sie ein Ziel.

Also rief ich beim Bestattungsunternehmen an, machte einen Termin zur Abholung und öffnete die Dose.
Ich zählte und legte noch ein wenig drauf.
Am nächsten Morgen kam ein wirklich sehr netter, älterer Herr in einem kleinen Transporter aus den Niederlanden.
Denn erst hinter der Deutschen Grenze dürfen Pferde kremiert werden.
Wir erledigten die Formalitäten und er begann sie aufzuladen.
Ich hatte immer gesagt ich wolle dabei sein, doch ich schaffte es nicht daneben zu stehen.
Es ist einfach zu grausam zu sehen wie man damit umgehen muss, weil es einfach zu viel Körper ist.
Also drehte ich eine langsame Runde um die Koppel.
Als ich wieder kam war er fertig, die Türen zu.
Er sagte sanft zu mir das ich sie so sicher nicht sehen möchte.
Ich meinte es sei in Ordnung.
Er fuhr, mit dem Kostbarsten das ich je besessen habe.
Ihre letzte und einzige Reise ohne mich.

Ich fuhr nach Hause.

Die nächsten Tage waren Trauer, Tränen, Schmerz und Taubheit.
Doch da waren noch Abby, Oona und Kimba.
Sie brauchten mich.
Also riss ich mich zusammen.
Es war weiß Gott nicht leicht.

Als ob all das jedoch nicht genug gewesen wäre, geht es noch weiter.

Ich wusste Blumes Asche würde geliefert werden, per UPS.
Es hieß Mittwoch oder Donnerstag.
Der Mittwoch verstrich, mein Vater meinte es sei schon 15 Uhr durch, UPS käme sicher nicht mehr.
Also macht ich mich auf in den Stall.
Kurze Zeit nachdem ich oben angekommen war, kam auch Uwe und fragte mich
"Wieso hast Du mir nichts gesagt?"
Ich: "Was denn?"
Uwe: "Na das Blume wieder da ist!"
Ich war wie vor den Kopf gestoßen!
Meine Mutter hatte meinem STALLCHEF geschrieben, das die Asche meines Pferdes angekommen ist...aber NICHT MIR!!!
Keine Nachricht, kein Anruf, NICHTS!!!
Aus Enttäuschung, Schock, Schmerz wurden schnell Wut und Hass.
Ich schrieb ihr das ich ihr dafür "danken" würde das ich das mit Blume über Dritte erfahre!

Ich fuhr nach Hause.
Und dort ging es noch weiter.
Ohne groß ein Wort des Bedauerns oder des Beileids, Blumes Tot war nun schon 5 Tage her, kam sie zu mir und beschwerte sich:
Sie habe die 26 kg GANZ ALLEIN die Treppe in den Keller getragen!
Sie habe es doch so schlimm im Kreuz!
Und ich wäre eine verlogene Schlampe!
Ich würde ihr ihr Glück nicht gönnen!
Ich sei ein Miststück!

Ich war perplex!
Was hätte ich sonst sein sollen???
Fünf Tage zuvor wurde meine bisherige Welt aus den Angeln gehoben.
Nichts war mehr wie zuvor.
Ich fühlte nichts!
Weder mich, noch meine Umwelt.
Alles war unwirklich!
Taub.

Doch das hier etwas ablief was so nicht sein sollte und nicht wieder zu bereinigen war, das war mir klar.

Ich brach den Kontakt SOFORT ab!
Egal ob sie noch ab und zu bei uns wohnte oder nicht!

Es sollte noch erwähnt werden, das sich kurze Zeit später rausstellte, das sie das Paket alles andere als GANZ ALLEIN die Treppe runter trug.
Der UPS-Fahrer hatte das schwere Paket auf einer Sackkarre und diese fuhren sie ZUSAMMEN in den Keller!!!

Ich wurde in meinem Leben von vielen Leuten schon oft und tief verletzt.
Doch ich stand immer wieder auf.
Erst Tage zuvor, bevor wir uns zerstritten hatten, habe ich mich ihr zum ersten Mal in meinem Leben geöffnet.
Ihr gesagt was mich bewegt...und auch das zog sie während ihrer Tirade in den Dreck!

Für mich war klar: meine Mutter war tot...es gab sie nicht mehr.

Wochen später: ihr Auszug.

Doch auch das war ihr nicht genug!
Sie musste Schaden anrichten wo es nur ging.
Anstatt einfach nur zu gehen!

Schon vorher kümmerte sie sich nur noch halbherzig um Jack - unseren schwarzen Kater.
Eigentlich war er mir...doch Oona und er kamen nicht so gut miteinander aus, also ließ ich ihn oben im Haus.
Als sie ausgezogen war und Jack den ganzen Tag allein, fing ich an ihn an Oona und Kimba zu gewöhnen.
Er kannte sein Leben lang nichts anderes als Hunde.
Er hielt sich vermutlich selber für einen Hund...11 Jahre lang!
Es lief gut mit Oona.

Eines Nachmittags dann, ein Anruf meines Vaters.
Jack ist weg!
Mutter hätte ihn geholt während er mal eben kurz weg war.

Ich sagte zu ihm:
"Pass mal auf, der macht kein halbes Jahr mehr dann isser tot!"
Ich sollte Recht behalten.
Statt ihn zu behalten und zu dem Partner zu bringen den er kennt und liebt - Charlie - brachte sie ihn zu meiner Schwester.
Zu drei blutjungen Katzen - Freigänger!
Jack war seit Jahren nicht geimpft worden!
Irgendwann rief meine Schwester heulend an und sagte nur Jack sei tot!
Ich dachte insgeheim bei mir: "Lebwohl mein kleiner Kerl. Endlich hast Dus geschafft und Deine Ruhe. Nun bist Du bei Gina!"
Ich konnte mich NICHT von meinem eigenen Kater verabschieden.
Den ich aus dem Straßengraben gezogen hatte mit ca 6 Wochen!!!
Den ich zu Beginn mit Katzenmilch päppeln musste!
Der mich in der ersten Nacht durch ZWEI geschlossene Türen wach gebrüllt hat weil er nichts sah, da er Schnupfen hatte und die Äuglein total verklebt waren.
Der von meiner geliebten Gina gesäugt wurde als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt!
Ich weiß bis heute nicht woran er starb.
Ich will es auch nicht wissen.

Nun wird sich der Eine oder andre Fragen: "Warum ausgerechnet jetzt? Was hat dazu geführt sich dies alles von der Seele zu schreiben?"

Nun, ganz einfach.
Vor ein paar Wochen, auf den Tag genau am 14. August - einen Tag vor Blumes drittem Todestag - bekomme ich eine Email von meiner Mutter.
Ich habe seit fast drei Jahren keinen Piep von ihr gehört, gelesen oder sie gesehen.
Ihr Anliegen?
Sie wolle nicht stören, aber sie hätte gern Babyfotos von Charlie, wer weiß wie lange sie ihn noch hätte? Sie wünsche sich nur noch das, ich könne sie auf CD brennen und auf ihrer Arbeit einwerfen.
Sie wünsche mir dann noch ein schönes Leben.

Ist es zu fassen?
Ich wusste nicht was ich sagen sollte!
Was ich denken oder fühlen sollte!

Kein Wort von "Es tut mir leid!", "Wie geht es Dir/Euch?"...NICHTS!
Wieder mal ICH WILL DAS UND DAS!!!
Ich habs einfach ignoriert.

Doch sie lässt einfach nicht locker.
Heute liege ich hier und hab eine grauenvolle Nacht hinter mir.
Virusinfektion und Magen-Darm.
Mitten in der Nacht lese ich meine Mails weil ich nicht schlafen kann.
Und wieder eine von meiner Mutter!
Charlie habe Neosporose.
Nichts Schönes, soviel ist klar.
Und wieder will sie Fotos.

Was soll man dazu sagen?
Wieder wälze ich seit dieser Mail alles Geschehene in meinem Kopf!
Wie soll ich reagieren?
Ein emphatischer Mensch würde mir vermutlich sagen: "Spring über Deinen Schatten! Vergib ihr! Sie verliert gerade ihren geliebten Hund an eine schreckliche Krankheit! Stell Dich nicht mit ihr auf eine Stufe, sondern beweise Stärke und Charakter!"

FICK DICH!

Mir ist nicht nach Stärke und auch nicht nach Charakter!
Wer war denn da als die Welt zerbrach?
Vor drei Jahren?
Ich war ALLEIN!
Und JA!
Ich hatte überlegt allem ein Ende zu machen!
Blume zu folgen!
Verrückt?
Scheiß drauf!
Wenn man verliert was man mehr als das eigene Leben liebt dann empfindet man so!
Egal ob Mensch oder Tier!
Durch dieses tief schwarze Loch musste ich ganz allein!
Ich hab heute noch damit zu kämpfen was ich an diesem Tag tat.
Ich mache mir Vorwürfe...immer und immer wieder!

Was ich tun möchte?
Ich möchte zu ihr fahren und ihr ins Gesicht schreien!
"Nun fühlst Du einen Bruchteil dessen was ich vor drei Jahren fühlte!"

Sie nahm mir meine Trauer, meinen würdevollen Abschied von Blume, verdarb meine Erinnerungen und stahl mir dann noch meinen Kater.
Ich bin der felsenfesten Überzeugung, wenn ich damals nicht angefangen hätte Kimba weg zu sperren und ihr somit die Möglichkeit nahm ihn ebenfalls mit zu nehmen...er wäre heute nicht mehr bei mir.
Sie hätte ihn ebenfalls mitgenommen.

Also sagt mir, die ihr dies jetzt gelesen habt...was fühlt ihr?
Seid ihr ebenfalls durch Täler aus Tränen gegangen als ihr dies gelesen habt?
Konntet ihr nachempfinden, wenn auch nur Ansatzweise, wie es mir ging und geht?
Und was würdet ihr tun?

Ich weigere mich "klein bei zu geben".
Mir wurde soviel in diesen paar Tagen angetan, das reicht für drei Leben!
Ich war IMMER da für sie!
Hab sie getröstet, aufgebaut, ihr Mut gemacht, geholfen wo ich konnte.
Blieb selber dabei auf der Strecke.

Das Resultat?
Einer Kindheit ohne Eltern!
Denn aufgewachsen bin ich bei meinen Großeltern.
Mir wurde immer gesagt mir hätte es an Nichts gefehlt!
Doch wenn ich so mit Anderen darüber rede, ihnen davon erzähle, ich blicke ausnahmslos in traurige und teilweise entsetzte Gesichter.
Ernte Mitleid und trauriges Kopfschütteln sowie Fassungslosigkeit.
Das Resultat?
Borderline!
Ja ich nenne es beim Namen.
Denn ich schäme mich nicht dafür.
Es ist nicht meine Schuld.
Mein Erbe das ich von meinen Eltern bekam sind psychische Probleme bis an mein Lebensende.
Ich leide darunter...mal mehr...mal weniger.
Ich verletze mich nicht selbst, doch ich empfinde, sehr stark, unfassbar stark.
Und ich kann behaupten das ich für die Frau die mich geboren hat nur noch negatives empfinde.

Also nochmal die Frage:

Was würdet ihr tun?

Gibt es ein Richtig oder Falsch?

16. August 2017

Drei Jahre


Leider einen Tag zu spät. 
Doch gestern ist einfach zuviel passiert. 
Du fehlst mir Mylady!


10. August 2017

Hundehasser und andere Vollidioten


  1. Leider gibt es einen sehr unschönen Grund für meinen neuen Post.
    Wir, meine zwei Cattles und ich, hatten gestern gleich DREI Begegnungen unerfreulicher Art.

    1. Mitm Rad unterwegs ins nächste Dorf. Die Hunde laufen frei, sind aber am Rad und abrufbar. Ich sehe bei Blick zurück ein älteres Eherpaar auf Rädern nahen. Da ich ein netter Mensch bin fahr ich rechts ran, steige ab und rufe die beiden zu mir. Beide machen Sitz und bleiben. Der Opa brüllt nur ich solle die Hunde fest machen hier wären Rehe....ja ne is klar! IM ORT!!! Gehn die schoppen oder was??? War nämlich am Park am Ortsrand wo jede Menge Publikumsverkehr ist!
    2. Mit ner Freundin per Pedes im Feld unterwegs. Ständig zurück schauen müssen weil ja keiner der Radfahrer ne Klingel bedienen kann. Bei erneutem Kontrollblick: älterer Mann mit Enkel. Beide offensichtlich keine Klingel. Rufe die Hunde, lasse sie Sitz machen. Hören brav. Kein Klingeln, kein Danke. Aber Opa spielt munter Handy aufm Rad!!! Ich dann nur hinterher "Klingeln wär mal ganz nett gewesen!"  Wir treffen sie kurze Zeit später wieder. Oppa will einen auf dicke Hose machen und geht mich an. "Was haben Sie mir da vorhin hinterher gerufen?" Ich antworte ihm. Er meint nur das wär Naturschutzgebiet, Hunde dürften hier nicht laufen und sowieso würde das 100.000€ kosten! Wir fragten nur was es denn kostet wenn man mitm Handy aufm Rad erwischt wird?
    3. Mit der Nachbarin am Abend unterwegs. Paar mit Hund an Leine naht. Ich natürlich nix dabei weil kurze Pipi-Runde und auch völlig unnötig. Ruf die beiden, sie kommen, machen sitz, ich knie mich dazu und halt sie provisorisch fest...was aber unnötig ist. Von weitem: "Leinen Sie die Hunde an!" Ich: "Kann ich net!" Pärchen: "Wieso?" Ich: " Hab keine Leine, brauch ich net." Pärchen wird unfreundlich, kommt mir wieder mit der Reh-Story und das der Jäger meine Hunde erschießen würde. Es wäre ja auch Leinenzwang. ÄH...NEIN!!!

    Anm.d.Red.
    Am Tag zuvor waren wir (Hunde und ich) allein mit Fahrrad im Feld unterwegs. Ca 1m neben uns ging ein Reh hoch! Hunde...NULL Reaktion!
    Die Woche zuvor waren wir (Hunde, mein Freund und ich) Ball spielen im Feld. Ein Reh kommt ca 2m von uns aus der Hecke, bleibt stehn, guckt saublöd, PANIK!!, rennt QUER übers Feld! Hunde...NULL Reaktion...ach ne! Falsch! Die gucken NOCH BLÖDER!

    Und nach solchen Erlebnissen muss man sich von irgendwelchen Vollpfosten sowas sagen lassen!
    Und dann werd ich gefragt warum ich kein Bock auf Menschen hab???
    Also bitte jetzt!

25. Dezember 2016

2016 - Ein Rückblick

Weihnachten 2016...das erste Weihnachten seit 10 Jahren ohne Pferd.
Acht davon verbachte ich mit Blume.
Der Liebe meines Lebens.
Sie fehlt...ich hab so oft geweint um sie, doch sie brachte mir auch unvergessliche Momente.

Auch die Zeit mit Abby bleibt unvergessen.
Wenn es auch nur zwei Jahre waren.
Die Maus ist einfach bezaubernd.
Und ich weiß das sie es jetzt besser hat als bei mir.

Dennoch ist es ein seltsames Gefühl.
Kein Weihnachten im Stall.
Irgendetwas fehlt schon...doch auch dieses Weihnachten war und ist schön.
Nur eben anders. ;)

Wie das ganze vergangene Jahr.

Als ich mich Anfang des Jahres dazu entschloss Abby zu verkaufen,
werden einige gedacht haben, das mein Freund der ausschlaggebende Faktor war.
Das er sagte das Pferd müsse weg.
Das ist jedoch völlig falsch!
Manu fragt mich bis zuletzt ob ich mir wirklich sicher sei!
Der Grund?
Ich wollte und konnte ihr nicht das selbe Drama zumuten wie damals Blume.
Ständige Stallwechsel, etc.
Ich konnte es selbst nicht mehr!
Es war mir emotional einfach zuviel.

Die Entscheidung fiel mir nicht leicht...doch sie war richtig.

Doch es war nicht die einzige die ich dieses Jahr traf.

Ich beendete 2015 mit meiner ersten richtigen Beziehung.
Anfang 2016 zogen wir zusammen.
Die erste gemeinsame Wohnung.
Ein völlig neuer Lebensabschnitt.
Viele neue Erfahrungen und unendliche viele Umstellungen.
Teilweise vermutlich etwas zu viel.
Aber ich wollte und will es noch immer so.
Doch ich merkte auch, das ich ein Problem habe und es nicht weiter
vor mir herschieben, oder es einfach ignorieren kann.

Der nächste große Schritt war der Beginn eine Therapie.
Sie wird nicht einfach werden, doch sie ist nötig.
Und ich muss sagen ich freue mich auch irgendwie darauf.

Der Kontakt mit meiner Familie ist fast gänzlich abgerissen.
Was mich beim größten Teil nicht wirklich stört.

Das Jahr neigt sich nun dem Ende zu und nach einem Weihnachten
ohne Pferd folgt nun bald auch meine erste Silvesternacht
die ich nicht im Stall verbringen werde.
Die Hunde stehen dieses Jahr im Vordergrund und das ist auch gut so.

Morgen sind Manu und ich ein Jah zusammen.
Ich kann es kaum glauben.
Wir hatten schon einige Höhen und Tiefen und ich bin wahrlich nicht
einfach - wer ist das schon.
Doch ich hoffe das wir noch einige Jahre schaffen!

In diesem Sinne:

Allen Geliebten Wesen, ob bereits gegangen oder noch bei uns,
ein wunderschönes Weihnachtsfest!



31. März 2016

Happy Birthday

Wo auch immer Du sein magst...ich wünschte so sehr Du wärst hier und wir könnten Deinen 24sten Geburtstag zusammen verbringen.
Ich hoffe so sehr das wir uns eines Tages wieder sehen.
Bis dahin wirst Du mir jeden Tag fehlen!


6. Mai 2015

Erinnerungen - Trauer -Schmerz

Einsam.

Das beschreibt es wohl am Besten.
Obwohl...

Verlassen.
Betrogen.
Nutzlos.
Wertlos.

...auch diese Wörter treffen zu.

Die emotionalen Höhen und Tiefen die mir seit fast einem ¾ Jahr widerfahren sind schlichtweg unbeschreiblich.
Und immer öfter unerträglich.

Vor beinahe 9 Monaten entglitt mir einfach alles.
Mein Leben endete.
Dramatisch?
Überspitzt?
Für manch andere mag dies der Fall sein...für mich ist es schlichtweg Realität.
Sicher...der Schmerz des Verlustes wird „besser“...oder vielmehr...man lernt damit zu leben.
Doch einfacher wird es dadurch nicht.

Es würde vielleicht wenn nicht ständig mehr und mehr Tiefschläge folgen würden.
Getreten wenn man bereits am Boden liegt...

Und dann...ganz plötzlich...kommt etwas mit voller Wucht zurück, von dem man dachte es wäre endlich Vergangenheit.
Doch das ist es nicht.
Es hat sich nur versteckt...zurückgezogen um zu warten...darauf zu warten das es wieder zurück kommen kann wenn man es am allerwenigsten braucht.
Wenn man nicht mehr damit rechnet.

Ich dachte früher ich würde dieses Gefühl kennen...doch „verliebt sein“ und nur „für jemanden schwärmen“ sind Unterschiede wie Feuer und Wasser.
Ich hatte zeitlebens nur geschwärmt...doch bislang war ich ein einziges Mal wirklich verliebt.
Es hat nichts damit zu tun das man beim Gedanken oder Anblick desjenigen die berühmten Schmetterlinge im Bauch fühlt oder ein schier unstillbares Verlangen hat.
Es geht darum das man alle Ecken, Kanten und Unarten in Kauf nimmt, verzeiht oder sogar lieben lernt.
Das man schöne Zeiten miteinander verbringt, aber auch schlechte.
Das man miteinander lacht und weint.
Das man füreinander da ist.
Das man Fehler verzeiht...auch wenn man zunächst zutiefst verletzt ist.
Das man sich öffnet.

Ich hab es so sehr versucht.
Ich wollte es so sehr.
Doch ich hab es, wie immer, vermasselt.

Das Leben ist nunmal schlichtweg nicht so wie es uns Hollywood immer wieder weiß machen will.
Menschen sind nicht so.
Egal wie sehr wir es uns wünschen würden.

Man stellt sich die schönsten Dinge vor, einfache Dinge, Worte, Taten, kleine Gesten.
Ohne damit viel zu verlangen oder zu verbinden.
Ohne große Erwartungen damit zu verknüpfen.

Doch die Fantasie ist eine schöne Sache wenn man auch dazu in der Lage ist sie, zumindest zu einem kleinen Teil, auszuleben.
Doch was, wenn man dies nicht kann?
Wenn man emotional, psychisch dazu nicht in der Lage ist?

Es ist niederschmetternd wenn man dem Menschen der einem auf der Welt ALLES bedeutet – zum allerersten Mal im Leben – es einfach nicht zeigen kann, nicht sagen kann.
Aus dem einfachen Grund man würde verletzt, ausgelacht, verhöhnt, weggestoßen, man könnte nicht ausreichend sein, sich lächerlich machen.
Statt dessen schweigt man, tut das was man seit Jahren tut...schwärmt...bleibt „sicher“ und...allein.
Doch man gibt sich mit dem was man nicht hat zufrieden und denkt sich „immerhin bin ich bei ihm“, wenn auch auf Distanz.

Doch dann passiert plötzlich etwas...man kann nicht mal sagen was genau...und reißt einem diesen Menschen aus dem Leben.
Er ist noch da, doch eben nicht mehr Teil des eigenen Lebens.
Zunächst ist man verletzt, wütend, ja man könnte fast so etwas wie Hass empfinden...wenn da nicht noch irgendwo etwas glimmen würde...
Und eben dieser kleine, unscheinbare Funke fängt irgendwann wieder an zu wachsen...schlägt Flammen und beginnt zu lodern.
Doch er hat keine richtige Nahrung mehr.
Er zehrt von Erinnerungen und es ist eine Art von Feuer die einen auf eine Weise von Innen heraus verzehrt wie sie schlimmer kaum möglich ist.

Allein sein ist eine Sache mit der man sich irgendwie abfinden kann.

Einsamkeit hingegen ist etwas das einen zerfrisst.

Ich liebte ihn, sehr sogar, ohne es zunächst selbst zu wissen.
Als es mir gewahr wurde versuchte ich eben damit zu leben ohne ihn damit zu konfrontieren.
Dann kam der Tag der alles änderte.
Wir gingen getrennte Wege.
Ich weiß bis heute nicht was der Grund dafür war.
Ja bis zu einem gewissen Grad fing ich beinahe an ihn zu hassen.
Doch dann meldete sich etwas zurück, von dem ich dachte es sei endgültig Vergangenheit.
Zunächst wollte ich es mir selbst nicht eingestehen, doch das Gefühl ist stärker als mein Widerstand.
Ich liebe ihn noch immer, doch er ist fort.
Ein Zurück nicht mehr möglich.
Ich kann und will nicht behaupten das es nur die Schuld von einem war, es gibt immer zwei Seiten.

Ich denke viel an ihn und vermisse ihn unbeschreiblich.
Auch und gerade weil er mich manchmal zur Weißglut und Verzweiflung getrieben hat, so hat er mich doch wie kein anderer Mensch auch zum Lachen und Träumen gebracht...und dazu ihn zu lieben.

In Filmen würde es irgendwann auf ein Happy End hinaus laufen.
Doch das wahre Leben schreibt echte Geschichten.
Und leider enden diese selten wie im Film.

21. Januar 2015

Ein neues Leben beginnt!

Ich habe schon etwas länger darüber nachgedacht, aber nun habe ich mich endlich dazu entschlossen.
Abby hat ihren eigenen Blog verdient.
Ich hoffe das mir dies hilft Blume gehen zu lassen.
Ich werde selbstverständlich auch weiterhin meinem alten Blog einen Besuch abstatten, der Neue wird jedoch ab sofort der aktuelle bleiben und hoffentlich regelmäßig geführt und über Abbys Schandtaten berichten! ;)

29. Dezember 2014

Die Abrechnung - Ein Jahresrückblick

Viel ist passiert in diesem Jahr.
Besonders in der letzten Hälfte häuften sich die Katastrophen.
Leider war es mir bisher aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich mehr darüber zu schreiben.
Ein kleiner Teil an Personen weiß davon...es sind vielleicht eine Hand voll Leute.
Aber nun bin ich bereit endlich Tacheles zu reden, oder besser zu schreiben.

Begonnen hatte zunächst alles recht gut.
Das Chaos nahm seinen Lauf als ich im Sommer eine Stelle als Reinigungskraft annahm bei einer Firma die wiederum ihre Dienstleistung bei andern Firmen anbietet.
Es war alles wunderbar.
Gute Arbeitszeiten, die mir viel Zeit mit dem Zoo erlaubten, sowie ein extrem kurzer Anfahrtsweg.

Dann kamen die Sommergewitter und mit ihnen die obligatorischen Überschwemmungen.
Auch ich blieb davon nicht verschont.
Gleich beim ersten Orkan lief meine Wohnung innerhalb von nicht mal 10 Minuten voll.
Das Wasser stand überall!
Ich wusste das dies passiert und meldete mich bei meiner Vorgesetzten ab um schnell zu Hause nach dem Rechten zu sehen.
Das Wasser stand fast Flächendeckend knappe 2 bis 3 cm hoch!
An eine Rückkehr zur Arbeit war nicht zu denken!
Zuerst musste der Keller trocken gelegt werden!
Ein Anruf auf der Arbeit und alles war OK.

Dachte ich!

Am nächsten Tag bekam ich die mündliche Kündigung!
Die Schriftliche folgte prompt!
Natürlich nahm ich mir nen Anwalt.
Dies und der Einsatz meiner Kollegin beim Boss, sowie das mehr als unterirdische Verhalten unserer direkten Vorgesetzten sorgten dafür das ich nach knapp 3 Wochen wieder eingestellt wurde.

Alles lief super.
Dann hatte ich meinen bösen Sturz von Abby der mich mit Leichtigkeit mein Leben hätte kosten können und den ich nur durch einen dummen Zufall relativ gut überstanden hatte.
Zwar gab es keine größeren Verletzungen aber der gesamte Körper war übelst geprellt und auch im Nackenbereich sicherlich nicht alles astrein in Ordnung.
Dennoch fuhr ich zwei Tage später zur Arbeit.
Die musste ich jedoch nach zwei Stunden unterbrechen, da mir ständig schwindelig und schlecht war und ich nur noch zitterte.
Meine Vorgesetzte schickte mich nach Hause.

Zwei Tage später kam die schriftliche Kündigung!

Unnötig zu sagen das ich keine Lust hatte mich weiterhin mit diesem Laden rum zu ärgern.
Ebenfalls unnötig zu sagen das sie mich zudem um einiges an Gehalt beschissen haben!

Während dieser ganzen Ärgernisse stellte sich zudem noch eine Mutter ein die der Meinung war ihren 2. Frühling erleben zu müssen!

An sich ne schöne Sache.
Ich wünsch es jedem!
Wenn man jedoch dabei alles andere was man vorher hatte vergisst und mit Füßen tritt habe ich extrem stark etwas dagegen.

Es begab sich das ich Sonntags kurzfristig darüber informiert wurde das sie mit ihrer neuernannten "Großen Liebe" auf der Koppel vorbei kommen wollte.
1. War ich grad essen fangen.
2. Hatte ich so GAR KEINEN BOCK!!
Also suchte ich Zuflucht bei meinem Kumpel.
Nachdem zwei Stunden vergangen waren, mein Sonntag gecrasht war, meine Laune im Arsch und ich endlich wieder zu den Pferden wollte, ohne Gefahr laufen zu müssen als Zirkusattraktion enden zu müssen ("Sieh mal! MEINE Tochter mit UNSERM Pferd!")
Ich könnt KOTZEN wenn ich nur dran denke!!!
Informierte ich mich mal über den Stand der Dinge.
NATÜRLICH turtelte man immer noch oben rum!
Netterweise erbarmte sich mein Kumpel und fuhr hoch um nach dem Rechten zu sehn.
Zumal uns auch berichtet wurde das das Wasser wohl leer sei und die Pferde quasi kurz vom verdursten stünden!
Wieder zurück berichtete er das Muttern wohl AUF Der Koppel war!!!

WIE BITTE???
Mit einem WILDFREMDEN MENSCHEN???
Wohl mal einen auf Pferdeversteher machen wollen?
Aber bei mir die Hose gestrichen voll haben!
Und das alles in Zeiten wo man nur noch von Pferdeschändern hört!!!
Weiß ich denn was das fürn Typ ist???
Achso!
Ja!
Sie kennt ihn ja seit knappen 3 Wochen persönlich!
Da kennt man ja nen Menschen in und auswendig!

Ich war auf 360!!!!!

Auf meinen Hinweis ich möchte doch gerne mit ihr später reden kam absolut NICHTS!
Man wusste wohl das man Scheiße gebaut hatte.
Aber im Zugeben waren wir noch nie groß.

Daraufhin folgten 3 Wochen Funkstille.
Während dieser Zeit stellte ich überrascht fest das ich bei Facebook von den Freundesliste gestrichen worden war!!!
Kindergarten!
Zu Hause wurde ich weder gegrüßt, noch angesehen und auch ansonsten behandelt als wäre ich Staatsfeind Nr. 1!
Um sie aus der Reserve zu locken nahm ich ihr alle elektronischen Möglichkeiten mich zu erreichen.
So blieb nur noch der klassische Brief oder eben das persönliche Gespräch.

Dann kam der 15. August.

Der schlimmste Tag meines Lebens!

Blume ging und ich war hilflos...konnte nichts tun!
Außer sie von einem Menschen den ich mehr als verabscheue auf die große Wiese schicken zu lassen.
Ich betrog sie in ihren letzten Stunden!
Ich werde mir das NIE verzeihen!

Dies jedoch brachte eine Lawine ins Rollen die ich niemals für möglich gehalten hätte!

Nachdem sie gegangen war berichtete ich kurz und knapp meiner Mutter davon.
Bat sie jedoch nicht sofort zu kommen da ich dazu nicht in der Lage sei.
Und ihren Macker auch nicht sehen wolle.
NATÜRLICH kam sie ne knappe 1/2 Stunde später MIT ihrem Gspusi!
Stieg aus dem Auto und brach Filmreif zusammen!
DANKE FÜR DIESES BILD!
Etwas das ich wirklich NICHT gebraucht hätte!
Während sie hollywoodmäßig die trauernde "Besitzerin" mimte fuhr ich derweil das Hebegeschirr zurück in die Uniklinik.

Wieder zurück auf der Koppel waren alle weg.

Jedoch ist damit längst nicht alles vorbei...falsch gedacht!
Es beginnt erst!

Ich hatte schon vor Jahren beschlossen Blume einäschern zu lassen wenn sie einmal gegangen ist. Das Geld war leider nicht so schnell aufzutreiben.
Es gab da zwar welches...aber es gehörte nur zu einem Teil mir.
Doch meine Mutter bettelte praktisch drum das ich es nehme.
Ich WUSSTE was folgen würde!
Doch das war mir egal!
Ich nahm das Geld!

Das Schicksal nahm seinen Lauf!

Blume verstarb Freitags abends.
Geholt wurde sie Samstag morgens.
Eingeäschert Montags.
Die Asche wurde für Mittwoch oder Donnerstag angekündigt.
Da Mittwochs die Zeit für den Paketdienst schon verstrichen war fuhr ich zu Abby.
Eine Stunde später fragte mich mein Kumpel:
"Wieso hast Du mir denn nichts gesagt?"
Ich wusste nicht WAS ich ihm gesagt haben sollte!
"Das Blume wieder zu Hause ist!"

STILLE!

FASSUNGSLOSIGKEIT!

ENDLOSE TRAUER DAS TIER WIEDER ENTTÄUSCHT ZU HABEN!

Das Maß war VOLL!!!
Zu Hause angekommen war ich kaum in meiner Wohnung, schon folgte meine Mutter.
- Wohl gemerkt sie redete jetzt das erste Mal seit fast vier Wochen mit mir!
Obwohl man das was kam, kaum als reden bezeichnen konnte!
Ich saß im Bett, sie stand davor und schrie mich an!
WAS ich mir alles sagen lassen musste sprengt jegliche Vorstellungskraft!
Einige Auszüge gebe ich aber gerne in Stichpunkten wieder:
Ich sei verlogen
Ich sei undankbar
Würde sie nur ausnutzen
Was SIE alles für mich getan hätte
Was SIE alles für Blume getan hätte
Welche Mengen an Geld sie schon in mich investiert hätte
Ich sei nur eifersüchtig
Ich sei krank und selber Schuld an meinem Problem mit Männern
etc. etc.
Alles bekomme ich hier nicht mehr zusammen.
Aber ich denke es reicht VÖLLIG um einen Eindruck zu gewinnen!
Zudem stellte sie sich als Opfer dar weil sie GANZ ALLEIN 26kg Asche die Treppe runter getragen hätte.

Ich war, verständlicherweise, platt und sagte NICHTS zu alldem!
Es stellte sich jedoch in den nächsten Tagen raus, das sie NICHT allein gehandelt hatte, sondern der Lieferant ihr mit einer SACKKARRE geholfen hatte!

WAS soll ich DAVON halten???
WIE muss ein Mensch ticken das er in einem solchen Moment solche Lügen erzählen kann?

Zu einem weiteren Gespräch kam es nicht.
Ich wurde weiterhin behandelt als hätte ich die Pest und Cholera!

Statt dessen wurde diese Szene ein paar Tage später wiederholt!
Sie stellte mich im Heizkeller und versperrte die Tür!!!
Ich sagte ich habe ein Vorstellungsgespräch.
Ihr wäre das SCHEISSEGAL!
Und WIEDER wurde ich aufs Übelste beschimpft!
Unter anderem:
Ich bin verlogen
Ich erzählte sie sei eine Schlampe
Ich würde sie bei Facebook schlecht machen bei ihren "Freunden"
ICH sei eine Schlampe
Sie hätte Unmengen an Geld in mich investiert (schon wieder!)
Wieviel Geld denn die Kremierung gekostet habe
Wieviel Geld in der Spardose gewesen sei
Ich solle ihr meine Autoschlüssel geben
etc. etc.
Ich blieb ruhig...frage mich heute noch WIE und lächelte nur.
Was hätte ich sonst tun sollen?

Dies war das letzte "Gespräch" das ich mit ihr führte.
Doch ihre Grausamkeiten endeten längst nicht damit!

Ein sehr überraschender Nebeneffekt war, das ich während dieser Phase eine unerwartete Bindung zu meinem Vater aufbaute.
Doch wirklich viel half es nicht, denn statt MICH zu terrorisieren, tat sie das bei meinem Vater.
Sie war kaum noch zu Hause.
Ihr Hund wusste nicht mehr wohin und war völlig verstört.
Ich begann Oona und Kimba, den ich glücklicherweise ein paar Monate vorher zu mir genommen hatte, einzuschließen wenn ich weg fuhr!

Ich hatte schlichtweg ANGST das sie Kimba wegbringen würde!
Verrückt?
Mag sein...aber nicht unbegründet!
Wie sich leider herausstellte.
Jedoch war es nicht Kimba den sie aus seinem gewohnten Umfeld riss, sondern mein 10 Jahre alter Kater.
Wochenlang hat sie sich nicht einmal um ihn gekümmert!
Kein Futter gegeben, kein Katzenklo sauber gemacht...NICHTS.
All das übernahm mein Vater.
Und dann...eines abends...war er WEG!
Einfach so!
Ohne Vorwarnung!

Meine Mutter hat mir meinen Kater geklaut den ich damals aus dem Straßengraben gezogen hab. Den ich aufgepäppelt hab. Den ich groß gezogen hab.
Sicher, wir hatten einige Jahre nur sehr wenig Kontakt...aber ich freute mich eigentlich ihn endlich wieder um mich zu haben!
Nun ist er weg!
ANGEBLICH ginge es ihm gut!
Da kenn ich ihn besser!
Doch es gibt Menschen die haben keinerlei Gespür für das Wohlbefinden und die Ansprüche ihrer Umwelt!

Der Kontakt zu meiner Mutter ist seit jenem Tag völlig zum Erliegen gekommen und ich lege auch keinerlei Wert darauf diese Person je wieder zu sehen!
Eine Mutter die einen ANGEBLICH liebt, sagt solche Dinge nicht zu ihrem Kind.
Schon gar nicht wenn es die definitiv schlimmste Zeit seines Lebens durch macht!
Das ist keine Mutterliebe...ich weiß nicht was es ist...aber es ist noch nicht einmal Menschlichkeit!
Vor einigen Wochen ist sie ausgezogen.

Für mein Gefühl habe ich keine Mutter mehr!

Doch damit sind die Katastrophen noch lange nicht vorbei!
Leider!

Die nächste folgte recht schnell und zugegebenermaßen eher unspektakulär.  
Zumal auch völlig ohne triftigen Grund!

Ich hatte bereits Anfang Oktober verabredet das Abby im November zur ersten Ausbildung geht.
Das innerhalb eines Monats bei einem Jungpferd keine Wunder zu erwarten sind ist mir klar.
Doch meine Intentionen waren auch ganz anderer Art.
Der Winter stand vor der Tür und somit auch die Zeit in welcher die Koppel mitunter für mehrere Wochen am Stück geschlossen bleibt.
4 Pferde auf kleinem Raum - das geht nicht lange gut!
Um dem unausweichlichen Gemecker vorzubeugen, Abby schicke ständig die alte Stute durch die Gegend und diese würde aus diesem Grund immer schlechter laufen, sollte die Maus also weg.
Sinn war es sie an den Reiter zu gewöhnen, ihr eine grobe Vorstellung zu geben was der da oben will und so mit ihr dann kurze Geländeritte machen zu können.
Einfache, schlichte Kopfarbeit.
Vielleicht ne 1/2 Stunde um die vier Ecken.
So scheucht sie keine Senioren.
Denn Halle und Platz gibt es keine und auch weder Hänger noch Zugfahrzeug die man nutzen könnte um in eine Halle zu fahren.

Abby ging also am 2. November.
SELBSTVERSTÄNDLICH kümmerte ich mich in dieser Zeit um MEIN Pferd!
Es stand woanders also fuhr ich dort hin.
Kümmerte mich, knuddelte, schaute zu, löcherte, lernte.
Zwischenzeitlich versuchte ich mich zudem im Job neu zu orientieren und hatte dadurch nur wenig Freizeit.
Die Freizeit die ich hatte gehörte voll und ganz meinem Mädchen.

Doch scheinbar war dies ein großer Fehler!
Plötzlich sah ich mich mit einem Mann konfrontiert der sich mehr als seltsam benahm.
Auch hier wurde ich irgendwann zu reden gestellt und durfte mir sagen lassen:
Ich sei egoistisch
Würde mich um nichts kümmern
Würde mich für nichts und niemanden interessieren
Hätte keine Zeit mehr
etc. etc.  
WAS ich falsch gemacht hatte...ich habe bis heute keine Ahnung!
Vielleicht LEBE ich.
Vielleicht ist es DAS?

Abbys Rückkehr war für die letzte Novemberwoche geplant.
Ich war abhängig von einem Fahrer und einem Gespann.
Das Angebot kam Montags.
Ich erfuhr es selber erst eine 1/2 Stunde vor Abfahrt!
Doch egal!
Wie oben alles läuft weiß ich.
Also kein Problem!
Dachte ich!
Falsch gedacht!

Ganz offensichtlich traut man mir nach fast zwei Jahren immer noch keine Umgang mit Pferden jeglicher Art bzw. Lebewesen im Allgemeinen zu.
Das sich die Pferde Nachts mittlerweile nicht mehr auf der Koppel befinden wäre als Info nebenbei mal ganz nett gewesen...aber es 5 Minuten vor Abbys Ankunft zu erfahren reicht aus.
Ich bin flexibel.
Das ich das Pferd nach drei Wochen Abwesenheit nicht sofort wieder in die Herde stellen kann ist mir selber klar...obwohl es Herden gibt bei denen das geht...mehr als man denkt!
Aber dazu kommt es schwer auf die Pferde an!
Abby konnte nicht verstehn warum sie nicht zur Familie durfte.
Aber da musste sie durch.
Der Rest tat so als hätten sie sie noch nie gesehn!
Also erst mal eingewöhnen!
Ein weiterer Streitpunkt war die Tatsache das Abby drei Wochen kein Gras gesehen hat und somit kurz angeweidet werden musste.
In welchem Ausbildungsstall gibt es im November bitte Koppelgang für Ausbildungspferde???
Aber alles kein Beinbruch!
Denn das Gelände gibt alle Möglichkeiten her sie zu trennen und anzuweiden.

Dennoch sah ich mich am Abend von Abbys Rückkehr mit üblen Schimpftiraden überschüttet:
Ich solle mir überlegen wie ich die Leute behandeln würde
Ich würde ständig irgendwelche Alleingänge machen
Ich würde so tun als würd mir alles gehören
etc. etc.
Ich packte mein Pferd auf den Paddock und fuhr nach Hause.
Das ich vorher schon eine halbe Stunde weinend im Bauwagen gesessen hatte weil sich meine Trauer um Blume wieder Bahn gebrochen hatte war völlig egal.

Ich musste mir eine Woche nach ihrem Tod anhören wie gut ich es doch verkraftet habe!
Das hätte er nie gedacht!

Ein Schlag in die Magengrube mit voller Kraft wäre nicht mal 1/4 so schmerzhaft gewesen!

Verkraftet?

NEIN!

Ich werde es NIE verkraften das ich sie nicht schon am Morgen erlöste wo MEIN Tierarzt da war! Und ich da schon WUSSTE das sie nicht mehr aufsteht!
Ich werde es NIE verkraften wie sehr ich sie habe leiden lassen, wie sehr ich ihr weh tat in ihren letzten Stunden!
Ich werde es NIE verkraften das ich sie in ihren letzten Minuten mit einem Menschen betrog der Mittel zum Zweck war...aber alles andre als Vertrauenswürdig!
Ich werde es NIE verkraften das ich mich habe beeinflussen lassen obwohl ich es besser wusste!
Ich werde es NIE verkraften das ich nicht die Courage hatte das zu tun zu dem Zeitpunkt an dem es hätte getan werden müssen!

Ich werde ihren Tot NIE VERKRAFTEN!

Sie war mehr als NUR ein Pferd!
Sie war mein Leben, mein Herz, meine Seele!
Meine Familie!

Ich war sauer an jenem Montagabend!
So sauer das ich begann einen andern Stall zu suchen
Interessehalber.
Nicht ernsthaft.
Nur mal sehen was es so gibt.

Am Mittwoch darauf hatte ich meinen ersten Ritt mit Abby in der Heimat.
Im Ausbildungsstall lief es gut.
Wir waren mehrfach unterwegs.
In Begleitung und auch allein.
Doch dieser Ritt sollte anders enden!

Wir hatten ein Wahnsinns Glück das nicht mehr passiert ist als ein gewaltiger Schreck!
Doch ein blutjunges Kaltblut das urplötzlich durchgeht und im gestreckten Galopp an der Hauptstraße lang fetzt - DAS braucht kein Mensch!

Der Entschluss mit dem Stallwechsel war beschlossene Sache!

Ein neuer war recht schnell gefunden.
Ob es eine gute Idee war kann ich nicht sagen.
Bisher ist es OK.
Doch ich habe mit Blume genügend Erfahrungen gesammelt um sagen zu können das sich so etwas praktisch sekündlich ändern kann.

Natürlich brauchte ich einige meiner Dinge im neuen Stall.
Und da ich wusste das ich nicht mehr regelmäßig auf der Koppel sein würde nahm ich noch ein paar Kleinigkeiten mit.
Es war nichts Großartiges.
Nichts was WIRKLICH fehlen würde und Dinge die für MICH einen sentimentalen Wert hatten.

Doch es schien der Weltuntergang für eine andere Person!
Nach erwähntem Montagabend kam es zu keinem Gespräch mehr...nur zu einem Monolog.
Eine Kommunikation stand außer Frage, denn ich wollte mich nicht ständig für Dinge beschuldigen lassen die so nicht richtig waren!
Ich handelte zum Besten meines Pferdes!
Denn MEIN Pferd ist mir wichtig...nicht die Pferde anderer Leute mit denen mein Pferd nicht in Berührung kommt.

Fazit ist, das der Auszug aus der Koppel ein endgültiger war.
Ein Zurück ist in diesem Stadium nicht mehr möglich.
Ich hatte es fast zwei Jahre als Heimat betrachtet.

Denn Heimat ist dort wo das Herz ist.
Blume war mein Herz...und ihre Heimat war dort!

Ich bin immer wieder fassungslos wie schnell sich Dinge verändern können.
Nachhaltig.
Und manchmal ohne das man aktiv etwas dazu tut oder es will.
Es bekommt eine Eigendynamik.

Ich musste in den vergangenen Jahren unendlich viel ertragen.
Doch die vergangenen 6 Monate waren die Schlimmsten meines Lebens!
Ich habe Angst vor dem was noch kommen mag!
Positiv zu denken ist mir völlig unmöglich geworden.
Negativität und bitterer Sarkasmus sind alles was ich noch empfinden kann.
Die Hoffnung ist ebenfalls auf der Strecke geblieben.
Was ich mir in den vergangenen Wochen von Menschen denen ich vertraute und die ich liebte alles sagen lassen musste ist unbeschreiblich!
Und ALL DAS in einer Zeit die mir den Verstand raubt!

Ich habe entschieden mich in psychologische Behandlung zu begeben.
Ein schwerer Schritt.
Doch ohne ist mir ein Weitermachen schlichtweg unmöglich.

Es gibt Tage da lebe ich...ich funktioniere.
Und dann gibt es Tage...
An denen holt mich alles wieder ein.
Der Verlust und die Trauer sind überwältigend!
Der Schmerz unvorstellbar grausam!
Doch das Leben geht weiter.
Es MUSS!

Wenn ich meiner andern Fellkinder nicht hätte wäre ich mit Sicherheit schon lange am Blumes Seite!
Denn DAS ist das Einzige was ich aus ganzem Herzen will!

Mir ist bewusst das dies hier auch eben jene Personen lesen um die es geht.
Ich weiß auch wie sie reagieren werden.
Dennoch bereue ich es nicht dies geschrieben zu haben.
Lesen werden es vielleicht ne handvoll Leute.
Wer damit nicht klar kommt das ich Gedanken, Gefühle und auch meine Trauer auf diesem Wege versuche zu verarbeiten der ist noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen.
Das WorlWideWeb ist unendlich groß!
Wer interessiert sich schon für die Gedanken eines Trauerkloßes?